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Technik
Hier haben wir Hinweise und Beiträge zur Bildgestaltung, zu Tonaufnahmen, zum Schnitt und zur Kameratechnik zusammengetragen. Wir zeigen ihnen, warum die Automatikfunktionen ihrer Kamera manchmal bei bestimmten Aufnahmesituationen versagt und die manuelle Einstellung gewählt werden sollte. Die Tipps haben wir in Fachbüchern, Zeitschriften oder im Internet gefunden und das meiste auch selbst ausprobiert. Klicken Sie auf die Links unten oder auf die entsprechenden Menüpunkte.
Aufnahme Bei der Aufnahme ist es wichtig, typische menschliche Sehgewohnheiten zu beachten. Wer zum ersten Mal eine Kamera in der Hand hält, neigt gerne dazu, wild in der Gegend herum zu schwenken. Unser Auge "schwenkt" jedoch nicht über eine Szene, sondern wir sehen unsere Umwelt als eine Folge von Einzelsequenzen, die "hart aneinander geschnitten" sind. Die bei Kopfbewegungen oder bei einer Blickwendung erfassten Bild- Sequenzen gelangen gar nicht in unser Bewusstsein. Dem sollten Sie auch bei der Aufnahme Rechnung tragen und Schwenks nur spärlich einsetzen. Ruhige Einstellungen aus dem Stand mit wechselndem Bildausschnitt sind die bessere Lösung. Bei Landschaftsaufnahmen können Sie einen langsamen Panoramaschwenk machen, legen Sie aber vorher mit einem “Probeschwenk” Anfang und Ende fest. Beginnen Sie den Schwenk erst 3 Sekunden nach Aufnahmestart und schalten Sie die Kamera erst 3 Sekunden nach Erreichen des Zielpunktes ab. Die Schwenkrichtung sollte von links nach rechts sein, das entspricht der natürlichen Sehrichtung. Achten Sie dabei auf das Licht. Die Himmelsfarbe ändert sich von tiefblau mit der Sonne im Rücken auf blassblau bei Gegenlicht. Unser Auge kann auch nicht “zoomen” Setzen Sie deshalb auch die Zoomtaste nur mit Bedacht ein! Die bessere Alternative ist immer das Verändern des Kamerastandortes, um den gewünschten Bildausschnitt zu bekommen. Hier gilt das gleiche wie beim Schwenk: nur in eine Richtung zoomen, Anfangs- und Endposition festlegen und jeweils einige Sekunden vor Beginn und nach Ende der “Zoomfahrt” aufnehmen. Bildausschnitt Bei den meisten neueren Camcordern kann man im Sucher einen Hilfsrahmen einblenden. Vor allem beim 16:9 Format sollten Sie den bildwichtigen Teil des Motivs auf einen der 4 Schnittpunkte des Hilfsrahmens setzen. Die horizontalen und vertikalen Linien helfen auch, den Camcorder z. B. an einer Gebäudekante auszurichten. . Die Bildeinstellungen Totale - Sie verschafft den Überblick (wo befinde ich mich?) und führt ins Handlungsgeschehen ein Halbtotale - Hebt ein Objekt aus der Beliebigkeit heraus und setzt es mit seiner direkten Umgebung in Verbindung. In der Regel sind Personen in der "Ganzkörperansicht" zu sehen. Normale - entspricht am ehesten einer Einstellungsgrösse, bei der ein aussenstehender Betrachter eine Gesprächsgruppe beobachten würde. Halbnah - zeigt den Oberkörper einer Person formatfüllend. Nah - zeigt den Kopf einer Person formatfüllend, ohne unnatürlich gross zu werden. Detail - Körperteile wie Nase, Augen, Finger usw. werden unnatürlich gross herausgestellt, diese Einstellung sollte überlegt eingesetzt werden, da Hautporen und Falten sehr deutlich sichtbar werden. Kameraperspektiven Neben den Einstellungsgrössen hat die gewählte Kamera-Perspektive eine starke gestalterische Aussage. Sie ist beim Betrachten unseres Videos gleichzeitig die Perspektive des Zuschauers. Wir unterscheiden ca. 5 Perspektiven : Am häufigsten wird die Normal- Perspektive verwendet - sie entspricht der gewohnten Sicht des Menschen, wirkt dadurch jedoch leicht "langweilig". Aufnahmen aus der Frosch- und Unter- Perspektive "erhöhen" das Aufgenommene und geben ihm ein besonderes Gewicht. Das kann bis zur Karikatur Übertrieben werden. Die Vogel- und Ober- Perspektive lässt dagegen eine aufgenommene Person klein und unbedeutend erscheinen . Kameratechnik Nehmen Sie sich die Zeit, mittels Handbuch Ihre Kamera kennen zu lernen. Machen Sie sich mit den manuellen Einstellmöglichkeiten und dem Menü vertraut, damit Sie auch bei ungünstigen Verhältnissen optimale Bild- und Tonergebnisse erzielen! Wenn Sie noch keine Kamera haben: Achten Sie beim Kauf darauf, dass Ihr Wunschmodell -einen externen Mikrofon- und Kopfhöreranschluss hat (Klinkenbuchsen 3,5) - die Optik eine möglichst kurze Brennweite hat, eine lange Digitalbrennweite bringt nichts Bei vielen “Neuheiten” fallen diese wichtigen Details dem Rotstift zum Opfer Weißabgleich (WHT BAL) Den automatischem Weißabgleich stellt die Kamera auf Grundlage der Farbverteilung des Motivs ein. Wenn das Motiv z. B. einen grossen einfarbigen Gelbanteil hat, kompensiert die Kamera diesen scheinbaren Farbstich nach blau. Sobald die gelbe Fläche bei einem Schwenk aus dem Bildausschnitt verschwindet, ändert sich die Farbverteilung innerhalb des Motivs und damit ändert die Kamera den Weißabgleich. So kann sich innerhalb einer Sequenz die Farbbalance der Szene ggf. mehrmals ändern. Bei Neonlicht bekommen Sie mit automatischem Weißabgleich einen Grünstich. Diese störenden Effekte können Sie nur durch einen manuellen Weißabgleich oder durch die fest abgespeicherte Werte für Tages- oder Kunstlicht verhindern. Der manuelle Weißabgleich wird wie folgt eingestellt: Suchen Sie ein weisses Motiv (Wand, Papier), und achten Sie darauf, dass das vorherrschende Licht auf diese Fläche fällt. Zoomen Sie auf die Fläche, bis diese im Sucher ganz ausgefüllt ist. Starten Sie den manuellen Abgleich, in der Regel blinkt das Symbol der Kamera so lange, bis der Abgleich durchgeführt und gespeichert ist. ACHTUNG! Bei neuer Lichtumgebung (z. B. von Innen- zu Aussenaufnahmen) neuen Abgleich durchführen oder wieder auf Festwert bzw. Automatik umschalten. Manueller Fokus Der automatische Fokus arbeitet bei gutem Bildkontrast zuverlässig. Wichtig: Der Kontrast wird in der Bildmitte gemessen. Dies kann zu Schärfeproblemen führen, wenn das bildwichtige Motiv nicht in der Bildmitte liegt. In diesem Fall stellen Sie den Fokusschalter auf manuell. Sony-Cameras haben hierfür 3 Stellungen und eine Taste: Auto = automatischer Fokus, Fokusring am Objektiv hat kein Funktion Manual = manueller Fokus, Fokusring am Objektiv arbeitet, Pushtaste aktiv Infinity = fokussiert auf unendlich, springt auf Pos. 2 manueller Fokus zurück Push Auto = für die Dauer des Drückens ist die Automatik aktiviert Blende Zur Belichtungsteuerung misst die Kamera im Gegensatz zum Fokus das ganze Sucherbild. Wenn Sie eine schwarze Fläche filmen, würde die Kamera die Blende so weit öffnen, dass diese Fläche als mittleres Grau (18%) wiedergegeben wird. Umgekehrt wird bei einer weissen Fläche die Blende so weit geschlossen, dass ebenfalls ein mittleres Grau wiedergegeben wird. Richtig wäre, dass beide Flächen mit der gleichen Blende als weiss und schwarz wiedergegeben werden. Bei starken Kontrasten (z. B. schwarzer Anzug, weisses Hemd) oder bei hellem Hintergrund muss die Blende um 1 - 2 Werte geöffnet werden, um die bildwichtigen Motive richtig zu belichten. ND - Filter Vorhandene Neutral-Graufilter können in den Strahlengang eingeschwenkt werden. Wenn die Blende > f/8 geschlossen wird, erscheint eine blinkende ND-Schrift im Sucher. Der Filter reduziert das Licht auf ¼, also um 2 Blendenstufen, ohne die Farben zu verfälschen. Für beste Bildergebnisse sollten Sie mit Blenden zwischen f/4 und f/8 arbeiten . Bei kleinen Blenden f/9-f/11 treten an den Rändern Lichtbrechungen auf, die zu unscharfen Bildern führen können. Auch bei offener Blende treten Bildfehler auf: Stärkere Lichtbrechungen am Rand des Objektivs führen zu Bildunschärfen, die deutlich zu sehen sind. Verschlusszeiten (SHUTTER SPEED) Die Kamera zeichnet 50 Halbbilder im Zeilensprungverfahren auf. Es ist nur in besonderen Ausnahmefällen sinnvoll, eine andere Verschlusszeit einzustellen. Kürzere Verschlusszeiten führen zu stroboskopartigen Bewegungen. Nutzen Sie diese z. B. für Einzelbildfunktion bei Sportaufnahmen. Längere Verschlusszeiten eigenen sich z. B. für Effekte bei Nachtaufnahmen des Strassenverkehrs oder für Feuerwerkaufnahmen (Verwischeffekt). Bei Abfilmen von Röhrenmonitoren kann das Flimmern durch Anpassen der Verschlusszeit reduziert werden - hängt von der eingestellten Bildwiederholfrequenz des Monitors ab. Aufnahme-Formate Bei den aktuellen AVCHD-PAL-Camcordern, aber auch bei Fotokameras mit Videofunktion kann man in den Einstellungen verschiedene Bildwiederholfrequenzen wählen: 24p, 25p, 50p und 50i. Nehmen Sie in bester Qualität mit 1920x1080/50p auf, auch wenn der fertige Film als DVD oder Bluray ausgegeben werden soll. Allerdings ist beim Schnitt zu beachten, dass bei geplanter Ausgabe auf DVD das Schnitt-Projekt als 50i angelegt wird, weil Videoplayer nur 50i abspielen können. Als Blu Ray kann der Film mit 1920x1080/50i oder 24p ausgegeben werden. Wenn´s 50p sein soll, geht nur die kleine Auflösung mit 1280x720. Das macht aber nur Sinn, wenn das Ausgabegerät (Fernseher oder Beamer) aktuell ist und 24p und 50p darstellen kann! Ein Video von der Firma Filmpraxis erklärt das anschaulich. HDV Auch das HDV-Aufnahmeformat ist inzwischen Geschichte. Es verwendet den etwas älteren aber zuverlässigen MPEG-2 Codec mit einer Auflösung von 1280 x 720 (HDV1) oder 1440 x 1080 (HDV2) mit Bildraten von 50i oder 25p und speichert offiziell nur auf miniDV-Band, es sind aber auch externe Dockrecorder im Handel, die Video-und Audiodaten werden dann parallel zum Band auf Speicherkarte oder Festplatte aufgezeichnet. Im Club haben wir zwei AVCHD-Camcorder und einen Club-Rechner für den Schnitt. Neuerdings sind auch kleine Videorecorder mit Bildschirm und Wechsel-Festplatten, sogenannte Fieldrecorder, am Markt. Wenn der Video-Camorder oder die DSLR ein “cleanes” Livebild ohne Statusinformationen der Kamera über die HDMI-Buche ausgibt, können diese Kameras mit dem Fieldrecorder vebunden werden und schreiben das Signal als ProRes HQ oder DNxHD ohne die sonst übliche 30-Minuten-Beschränkung auf die Festplatte. Eine 1TB-Festplatte kostet knapp 100,- €. In bester 4.2.2 - Qualität mit 10-bit-Farbtiefe und 220 Mbps passen 10 Stunden auf Platte. Mit 100 Mbps passen 22 Stunden auf die Platte. Das entspricht einer Kapazität von 16 SD-Karten mit 64 GB, die ca. 1200,- € kosten. Hier ein Informationsvideo zum Atomos Ninja 2 , weitere Varianten finden Sie hier. Ab Ende 2014 gibt es auch den Atomos Shogun, die z. B. in Verbindung mit einer Sony Alpha 7S auch in 4K aufzeichnen. Man kann also durch einem solchen Recorder z. B. mit seiner HDV-Kamera in Full-HD auf Festplatte speichern und so die bisherige gewohnte Kamera weiter nutzen, ohne auf die störanfälligen Bandlaufwerke angewiesen zu sein. AVCHD Bei Neuanschaffung bleibt seit dem Jahr 2010 keine Alternative zu AVCHD-Kameras, alle Hersteller haben die Produktion von bandbasierten DV- und auch HDV-Kameras eingestellt. Machen Sie Ihre Aufnahmen in HD. Die Ausgabe des fertigen Filmes wird inzwischen nur noch als Datei in verschiedenen Formaten und Qualitätsstufen auf Festplatte gespeichert und bei Bedarf auf Bluray oder DVD gebrannt. Neben den Videocameras beherrschen inzwischen fast alle aktuellen Digitalen Fotoapparate und DSLR-Kameras auch Videoaufnahmen im AVCHD-Format. AVDHD verwendet den modernen H.264/MPEG-4 Codec mit einer Auflösung von 1920 x 1080 und speichert hauptsächlich auf SD-Karten. Vorteil: geringer Speicherplatzbedarf, schnelle Übertragung der Daten auf das Schnittsystem, allerdings sind die Hardwareansprüche wesentlich höher, die Decodierung benötigt etwa die 3-fache Zeit wie bei MPEG-2. Ein i5-Core-Prozessor ist bei AVCHD kein Luxus, der Schnitt klappt trotzdem nicht immer problemlos und die sichere Langzeitarchivierung ist aufwändiger als mit Band. Die Schnittsoftware-Hersteller geben auf ihren Seiten Empfehlungen zur Mindestausstattung der Rechner. Wenn Sie sicher gehen wollen, kaufen Sie ein optimiertes Schnittsystem bei einem auf Videoschnitt spezialisierten Systemanbieter . Ein Videotutorial zu verschiedenen heute verwendeten Formaten können Sie hier ansehen. Im Juli 2011 wurde der erweiterte Standard AVCHD 2.0 veröffentlicht. Dem AVCHD-Format wurden neue Spezifikationen für dreidimensionale und hochaufgelöste Aufnahmen im progressiven Modus bis zu 1080/60p hinzugefügt. Gleichzeitig wurden die Handelsmarken AVCHD 3D, AVCHD Progressive und AVCHD 3D/Progressive eingeführt. Infos hier 4K / UHD Seit ca. 2013 sind Camcorder und Kameras mit 4K Logo im Handel, 4K heißt eigentlich eine Auflösung von 4096 × 2160 Pixeln. In Wirklichkeit haben diese Geräte eine UHD-Auflösung (UltraHD), von 3840 x 2160 Pixeln. Der Nutzen der höheren Auflösung wird einerseits mit den immer größer werdenden Bildschirmdiagonalen und der Sehschärfe begründet. Consumer- und Actioncams speichern 4k-Material oft nur mit max. 20 Mbit/s als .mp4-Datei. Die Bildrate liegt bei den meisten Kameras derzeit nur bei max. 30p, was bei schnellen Bewegungen oder Schwenks zu ruckligem Bildern führen kann, wenn keine entsprechenden Schaltungen im Wiedergabegerät verbaut sind. Die UHD-Technologie hat größeren Spielraum bei der nachträglichen Bearbeitung (Auschnittver- größerung und Bildstabilisierung), in der Praxis muss man aber sehr auf die Einhaltung und ggf. Nachführung der korrekten Schärfe und ruhige Kameraführung achten. Mit der Anschaffung einer Kamera allein ist es nicht getan. Die höheren Anforderungen an das Schnittsystem und Wiedergabegeräte sind weitere Kostenpunkte. Die Vorteile halten aber sich in Grenzen. Die höhere Auflösung ist nur wirklich sichtbar , wenn man sich sehr nahe am Bildschirm befindet, aber beim Filmgenuss bringt das nicht viel. Wiedergabe UHD Wird der Kauf eines zukunftssicheren UHD-Fernsehers oder -Beamers geplant, sollte trotz UHD-Logo auf folgende Mindest-Ausstattung geachtet werden: - Auflösung 3.840 x 2.160 Pixel - Unterstützung von Bildfrequenzen 50 und 60 Hz - Upscaling - Internet-Anbindung - Eingang HDMI 2.0 mit Kopierschutz HDCP 2.2 - Decoder H.265 HEVC Das UHD-Logo garantiert nicht einmal einen eingebauten HEVC-Decoder, obwohl man ohne diesen keine UHD-Fernsehprogramme sehen kann.
Technik
Bildkomposition: Motiv (hier Gesicht) möglichst im Schnittpunkt positionieren
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